#1 Eine Tour vom Selfkant nach Nordlimburg (Tourbericht) von 29.07.2020 14:29

Selfkantregion - Nordlimburgtour (ca. 250 km lang)



Ein herrlich sonniger Tag soll es heute werden. Genau richtig, um eine schöne Tagestour mit dem Motorrad zu unternehmen. Unser Ausgangspunkt ist die Breberener Mühle in Gangelt („Café aan de Müehle“). Früh am Morgen geht es los und wir bewegen unsere Mopeds durch den Selfkant Richtung Susteren in den Niederlanden. Wir durchqueren die Ortschaft und fahren durch kleine Landstraßen über Roosteren nach Maaseik, eine Ortschaft, die direkt an der Maas in Belgien liegt. Über die N78, die teilweise durch eine große schöne Allee führt, geht es weiter wieder Richtung Niederlande. Die Grenze zwischen den beiden Staaten ist fließend, nur an der Art der Beschilderung und am Hinweis der Geschwindigkeiten in den jeweiligen Ländern bemerkt man/frau, dass sich die Grenzüberschreitung vollzogen hat. Die N78 wird nun zur N273. Wir verlassen die Nationalstraße und biegen nun ab Richtung Wessem und Panheel. Linker Hand werden wir vom Wasser begleitet. Ein See, der Boschmolenplas, glänzt in der Sonne. Wir machen einen Bogen auf Wessem zu und biegen vorher links ab in den Sluisweg. Dieses Stück verbindet den Wessem-Nederweertkanal mit dem Julianakanal. Wir folgen der Straße bis zum Ende und biegen nach links ab Richtung Thorn. Nach etwa 200 m könnte man/frau rechter Hand weiter am Wessem-Nederweertkanal entlang fahren, hätten ein paar putzige Tiere uns da keinen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch Biber wissen, wo es schön ist und haben im ersten Teil dieses Kanals sich ausgebreitet. Ein Teil der Straße wurde durch ihre Bauten abgesenkt und nun wird fieberhaft daran gearbeitet, eine schnelle Lösung zu finden, um diese wieder befahrbar zu machen. So fahren wir nun nach Thorn und finden über eine Schleife (über Ittervoort, Hunsel, Ell und Swartbroek) wieder den Anschluss zur befahrbaren Kanalstraße. Begleitet werden wir von dort fahrenden Kähnen und Booten. Verschiedene Wasservögel wie Haubentaucher, Blässhühner, Stockenten und Co. sind dort zu beobachten. Zurzeit blühen hier und dort Wasserlilien. Sie strahlen leuchtend gelb in der Sonne.
Am Rand des Kanals haben Angler sich diverse Plätze ausgesucht und versuchen hier ihr Glück, ein paar Fische zu fangen. Wir genießen die herrliche Wasserlandschaft auf unseren Zweirädern und bewegen uns nach Norden nach Nederweert. Wir nehmen Kurs über die N266 auf Helmond. Die Nationalstraße läuft parallel zum Nederweert-Helmondkanal. Wir verlassen diese Straße und biegen rechts ab und überbrücken den Kanal und halten uns links, wo wir weiter einer kleinen alleenartigen Landstraße (Jan Smitslaan) folgen. Die Bäume spenden wohltuende Kühle in dem immer wärmer werdenden Tag. Weiter geht es über den Kokmeeuwenweg und dem Meijelweg Richtung Neerkant. Rechter Hand befindet sich der Nationalpark „De Groote Peel“.
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De Groote Peel:

De Groote Peel ist der kleinste Nationalpark der Niederlande. Es ist ein Hochmoor, das zwischen Venlo und Eindhoven liegt.Wenige Reste des Hochmoores, nämlich nur noch 1400 ha, sind heute von den ursprünglich 30.000 ha übriggeblieben. Was die Natur in rund 6000 Jahren gebildet hat, Torf , wurde systematisch in einigen Jahrzehnten abgegraben. Heute ist diese Landschaft eine Ruheoase und ein Vogelparadies.
Jedes Jahr fliegen hier ca. 200 Vogelarten umher. Dieses Gebiet ist eines der vogelreichsten der Niederlande. Blaukehlchen, Schwarzkehlchen, Goldammern und viele, viele andere schöne Vögel können hier entdeckt werden. Selbst der majestätische Kranich macht hier gerne auf der Durchreise im Oktober und November Rast.
Aber nicht nur Vögel, sondern auch andere Tiere, darunter Rehe, Wiesel, Hermeline, Wasserratten, Iltisse und Schweine leben in dieser Naturlandschaft. Für Reptilien wie Frösche und Schlangen bietet De Groote Peel einen ausgezeichneten Lebensraum. Im Frühling und Sommer sind hier viele Schmetterlinge, Libellen und Heuschrecken zu beobachten.
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Auf diesem Abschnitt gibt es kleine Rastplätze im Freien, die zu einem schönen Picknick einladen. Dies nutzen wir aus und machen eine ausgiebige Pause. Gut gestärkt folgen wir dann von Neerkant aus den Hinweisschildern nach Helenaveen. Auch in dieser schönen Ortschaft ist Wasser ein magnetischer Anziehungspunkt. Verschiedene Einkehrmöglichkeiten laden ein, um den Aufenthalt hier zu genießen. Wir biken jedoch weiter und rollen über Kronenberg Richtung Sevenum. Von dort aus lockt es uns in die Nähe der Maas und so nehmen wir Kurs auf Grubbenvorst. Den Ort können wir durch eine größere Baustelle nicht passieren und so machen wir einen kleinen Bogen um ihn herum.Um Lottum, das Städtchen der Rosen, zu erreichen, folgen wir zunächst der Straße nach Horst und halten uns dann Richtung Melderslo. Von hier aus sind es nur noch 6 km bis nach Lottum. Schon allein die Einfahrt in den Ort hinein verrät, dass sich diese Ortschaft ganz dem Anbau der Rosen verschrieben hat. Einfach schön und „dufte“! Unsere Weiterfahrt führt nordwärts nach Broekhuizen. Die Straße liegt linker Hand der Maas. Immer wieder lässt die Straßenführung einen Blick auf diesen Fluss zu. Unser nächstes Ziel ist Wanssum. Zwischen Wanssum und Broekhuizen wird kräftig daran gearbeitet, den alten Verlauf der Maas erneut herzustellen und so versucht man durch diverse bauliche Maßnahmen einen alten Maasarm wieder zu reaktivieren. Vergangene Fehler, die der Mensch durch Eingreifen in die Natur gemacht hat, werden nun korrigiert. Die Renaturierung wird sicherlich Erfolg haben, denn viele Tierarten, die einst hier verschwunden waren, werden zurückkehren und sich heimisch fühlen und uns Menschen erfreuen.

Bei Wanssum können wir die Maas überqueren. Unsere Route führt uns gen Süden Richtung Knikkerdorp. Wir befahren die N 271, die sich auf manchem Abschnitt als große schöne Allee entpuppt. Die nächste Abfahrt, die wir nehmen, bringt uns nach Wellerlooi. Hier folgen wir einer schönen Landstraße, die mitten durch eine tolle Natur führt. Linker Hand befindet sich die Wellseheide und rechter Hand der Dikkenberg und die Gielekamp Looierheide. Bei Tuindorp biegen wir rechts ab in die Tuinstraat, die zum Heerenvenweg wird. Hier befinden sich schöne Seenabschnitte des Heerenven. Es lohnt sich, einmal dort anzuhalten und diese Landschaft zu genießen. Dies tun wir auch. Ein Aussichtspunkt erlaubt einem, den Blick über das Wasser gleiten zu lassen und hier und da auch Wasservögel zu beobachten. Gestärkt von dieser seelisch kraftvollen Pause steigen wir auf unsere Bikes und fahren weiter in den Walbeckerweg. Wir folgen diesem Weg, der im weiteren Verlauf in den Dorperheideweg übergeht. Wir fahren durch das Gebiet des Nationalparks „ De Maasduinen“.

De Maasduinen:

Diese Dünenlandschaft liegt in Bergen an der Maas unweit der deutsch-niederländischen Grenze. Sie ist unter besonderen Schutz gestellt und zum Nationalpark De Maasduinen erklärt worden. In diesem Nationalpark befindet sich die längste Flussdünenlandschaft in Europa und durchschneidet auf rund 23 Kilometer Länge in nordsüdlicher Ausrichtung das Gemeindegebiet von Bergen. Insgesamt besteht diese Naturlandschaft aus einer Fläche von ca. 46 Quadratkilometern. Sie setzt sich nicht nur aus Paraboldünen*, sondern auch aus Feuchtwiesen, Wäldern, Seen und Moor-, Weide- und Heideflächen zusammen.

*Paraboldünen sind Dünen, die am Ende der letzten Eiszeit entstanden sind, als große Teile der Region Limburgs mit einer Schicht Flugsand bedeckt waren. Durch den Wind entstanden hufeisenförmigen Dünen, die Paraboldünen genannt werden.

Immer gen Süden erreichen wir schließlich wieder deutsches Gebiet. Wir fahren Richtung Straelen, biegen jedoch bald rechts ab und folgen dem Hinweisschild nach Herongen.
Hier fahren wir hinter einer Tankstelle kurz rechts ab, denn es gibt etwas Interessantes zu sehen:
Eine der nicht fertiggestellten Schleusen, die Schleuse Louisenburg des Nordkanals. Hier kann man/frau auf Napoleons Spuren wandeln.

Geschichtliches:

Napoléon Bonaparte konnte Großbritannien nicht mit militärischen Mitteln bezwingen. So verhängte er eine Kontinentalsperre. Die britische Wirtschaft sollte geschwächt werden. Um ihre eigene Wirtschaft nicht zu schaden, ignorierte die Niederlande dies. Der Schiffsverkehr führte jedoch auf Rhein und Maas über die niederländischen Seehäfen. Und so suchte Napoléon nach einer Möglichkeit, diese zu umgehen. Eine direkte Verbindung sollte vom Rhein über die Maas und über die Schelde bis hin zu einem französischen Seehafen entstehen. So konnten auch die hohen Flusszölle rheinabwärts umgangen werden. Als Hafen bot sich der Seehafen bei Antwerpen an, der zu dieser Zeit unter französischer Kontrolle stand. Bonaparte befahl den Bau des „Grand Canal du Nord“. Dieser sollte die erste Verbindung zwischen Rhein und Maas darstellen.
Der Bau dieses Kanals wurde jedoch nie fertiggestellt. Am 9. Juli 1810 wurde nämlich Holland mit Frankreich vereinigt. Napoléon zwang seinen Bruder Ludwig, der damals König der Niederlande war, zur Abdankung. Jetzt hatte Napoléon eine direkte Kontrolle über die holländischen Seehäfen. Das Projekt „Grand Canal du Nord“ wurde nicht mehr benötigt.
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Wir kehren um und fahren von hier aus auf die B 221, die uns über Kaldenkirchen, Brüggen weiter nach Wassenberg führt. Unsere Rundfahrt nähert sich dem Ende. In Heinsberg angekommen, fahren wir weiter Richtung Selfkant. Aber was wäre eine solche Tour, ohne einen schönen Abschluss? Bei leckeren Fritten mit Currywurst, Cola und Wasser im Freien lassen wir es uns in einer hier sehr bekannten Lokalität gut gehen und lassen die schön erworbenen Eindrücke der Fahrt auf uns wirken.... Glück ist, wenn man/frau zu schätzen weiß, in welch schöner und freier Umgebung man/frau leben darf!

Mehr Bilder auf meiner Website!|addpics|vb1-15-8251.jpeg,vb1-16-ce46.jpeg,vb1-17-e057.jpeg,vb1-18-6c0c.jpeg,vb1-19-541d.jpeg,vb1-1a-e28b.jpeg,vb1-1b-f0fd.jpeg|/addpics|

#2 RE: Eine Tour vom Selfkant nach Nordlimburg (Tourbericht) von Reinhard_RY 29.07.2020 18:55

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Hallo Manu
Da habt ihr eine schöne Tour gemacht. Du hast auch die Möglichkeit, wenn dir danach ist, so eine Tour als Spontantour ins Forum zu setzen. Wenn es zeitlich passt, würde der eine oder andere sich gerne anschliessen. Aber manchmal fährt man lieber alleine, um den Kopf frei zu kriegen. Da sollte dann auch jeder Verständnis für haben.
Ich wünsche dir einen schönen Abend
LG Reinhard

#3 RE: Eine Tour vom Selfkant nach Nordlimburg (Tourbericht) von 29.07.2020 19:34

... schauen wir mal, ob es klappt. Zurzeit beschreibe ich neue Touren auf meiner Homepage und stelle sie zudem zum Downloaden fürs Navi zur Verfügung. Da das Schreiben und das Fotografieren mir sehr viel Spaß machen, werden die Rundtouren in Schrift und Bild dargestellt. Das nimmt einige Zeit in Anspruch. Vor allem wenn ich mit dem Moped unterwegs bin, dauert die Tour aufgrund meiner Fotos deutlich länger und es sind einige Stopps dafür nötig... das ist mit einer Gruppe etwas schwieriger zu leisten.... trotzdem: Es wird sich bestimmt mal die Gelegenheit ergeben, eine Spontantour zu planen und zu fahren.
Lieben Gruß, Manu

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